Göteborg auf eine neue Weise entdecken

Egal auf welche Weise man in Göteborg ankommt, so hat jeder Besucher der Stadt die Hoffnung Göteborg wirklich kennen zu lernen, mit seinen Gebäuden, seiner Geschichte, seinen Besonderheiten und auch mit seinen kleinen Schwächen, die jede Stadt Schwedens auch liebenswürdig macht. Meist will man auch einige Spezialitäten, fester oder auch flüssiger Natur, entdecken, denn nichts macht eine Stadt gemütlicher als ein kleines Café mit einer Leckerei oder auch eine kleine Kneipe mit einem lokal gebrauten Bier.
 
Sicher kann man sich ein Buch kaufen, sich mit Prospekten eindecken und über Internet Informationen sammeln, um einen kleinen Eindruck von Göteborg zu gewinnen und dann jede Sehenswürdigkeit nach Stadtplan abklappern. Nach der Rückkehr in die Heimat kann man dann auch von seiner Reise plaudern, aber man wird dennoch etwas unzufrieden sein, denn man wird feststellen müssen, dass man eigentlich sehr vieles verpasst hat, da offizielle Führer bei weitem nicht vollständig sind und man, mit dem Stadtplan in der Hand, eigentlich sehr viel Zeit mit der Suche nach einer Sehenswürdigkeit verbrachte, und dann die Sehenswürdigkeit auch nur losgelöst von den interessanten Zusammenhängen sehen konnte.

Kallbadhuset i Malmö
Foto: Herbert Kårlin

Die meisten Besucher Göteborgs wissen auch nach der Rückkehr in den Heimatort nur sehr wenig vom tatsächlichen Göteborg, vom Charme einer Stadt, die ihre Wurzeln bereits zur Zeit der Wikinger findet, denn das Zentrum Göteborgs war im 17. Jahrhundert im Grunde nichts anderes als eine künstlich angelegte, befestigte Stadt für den Geldadel, denn die damaligen Werften und beginnenden Industriezentren entwickelten sich nicht innerhalb des Wallgrabens, da größere Schiffe nur bis zum alten Hafen in Klippan kamen, wo sich auch während der Industrialisierung das Leben abspielte, und wo ab dem 14. Jahrhundert die Stadt an der Mündung des Flusses Göta Älv lag.
 
Auch die Arbeiter waren ursprünglich nicht in der befestigten Stadt zu finden, die nachts hermetisch abgeriegelt war, sondern sie mussten am Rande der Stadt wohnen, unter anderem im Stadtteil Haga, der mittlerweile ebenso viele Besucher anzieht wie die große Einkaufstraße Kungsgatan und die Champs Elysée Göteborgs mit all seinen Nightclubs. Wer in Prospekten und Büchern sucht, wird sehr vieles davon nie entdecken und noch weniger von den Hintergründen dieser Entwicklung erfahren, da es unmöglich ist Göteborg auf 100, 200 oder auch 400 Seiten zu beschreiben, abgesehen davon, dass Lesen immer sehr "trocken" ist und die Mehrheit der Besucher sich das Angelesene sowieso kaum merken kann, da ein Text keine lebendige Erzählung ersetzen kann.
 
Wer daher Göteborg erfühlen will, muss sich Zeit nehmen, und möglichst einen guten Stadtführer nehmen, der nicht für viel Geld einen Schnelldurchgang im Zentrum macht, sondern bereit ist für einen korrekten Preis auch vier Stunden lang mit einem Besucher durch die Stadt spaziert, eine Fahrt auf dem Göta älv macht, und kleine Anekdoten zu verschiedenen Stellen der Stadt bietet.
 
Auch eine Sightseeingtour mit einem Bus kann dieses Erlebnis nicht ersetzen, denn welcher Bus hat schon die Möglichkeit in Fußgängerzonen zu fahren, wo die Perlen Göteborgs zu finden sind? Und ein kleiner Hinweis, dass man vielleicht 200 Meter rechts oder links der Straße ein historisches Gebäude holländischer Baukunst findet, hilft dem Gast der Stadt nicht viel weiter, denn um die Details und die Schönheit des Gebäudes zu sehen, muss man vor Ort darauf hingewiesen werden.